Es gibt so Tage, da möchte ich einfach weg. Das hat nicht unbedingt mit dem Montag zu tun und der zu erwartenden, recht vollen Woche. Eher ist es schon so, dass ich dann und wann eine Überdosis an Menschen habe. So etwas kommt manchmal eben vor und hat auch wenig mit der Freundlichkeit oder der Unfreundlichkeit meiner Gegenüber zu tun, es ist die schlichte Masse der, als Einzelne sehr geschätzten, Personen, die mich erdrückt .

Dann möchte ich nach Hause. Dahin, wo ich mich wirklich „zu Hause“ fühle. Fliehen, abhauen, in diese wunderschöne, jetzt schon wider leere und wilde Gegend verschwinden, wo der Wind über die Dünen zieht, der Sand am Strand wandert und der Herbst mit dem ersten oder zweiten Sturm gerade Einzug hält. Den Möwen zusehen, das Meer beobachten, Abends am Kamin sitzen und Lesen, in Ruhe denken können. Und, vor allem, keine oder doch nur sehr wenige Menschen sehen.

Leider geht das nicht. Noch lange nicht. Also schaue ich mir die Bilder auf meinem Bildschirm an, ich habe für solche speziellen Momente eine eigene Sammlung, und träume einen Moment vor mich hin, den Kaffee in der Faust. Was wäre, wenn … was könnte ich alles machen. Auch das baut auf. Ein wenig.

Und dann stehe ich auf und gehe in eine neue Woche. „Guten Morgen, was kann ich für sie tun? Ja, natürlich, das bekommen wir schon hin. Kein Problem, wo drückt denn der Schuh?“ Und Lächeln, bloss das Lächeln nicht vergessen …