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Heute Morgen, kurz vor sechs Uhr, bei einem missbilligenden Blick aus dem Schlafzimmerfenster auf die laut mit ihren Ständen herumrandalierenden Marktbeschicker, wurde es mir sofort klar: wir haben Herbst!

Nicht, daß ich das nicht vorher schon gewusst hätte, immerhin ist die Mitte des Oktober schon fast erreicht und damit ist das Jahr, für jeden erkennbar und deutlich zu spüren, auf dem absteigenden Ast. Aber jetzt ist irgendwie auch „gefühlterHerbst“, die gelben Blätter hängen nicht mehr am Baum sondern werden von einer recht steifen Briese durch die Strassen geweht, sofern sie nicht vom Nieselregen auf das Pflaster gepappt wurden. Kurzum, draussen herrscht „gräulich-norddeutsches Schmuddelwetter“, es ist nasskühle Ungemütlichkeit angesagt und die Leute fangen an sich wettermässig zu verpacken.

Gestern Abend die erste Sturmwarnung mit Ansage von freundlichen sieben Windstärken Seitens unseres Hausversicherers, daß hatte mich vorgewarnt. Für mich bedeutet ein solches Signal und dieses „innere Feeling“ das „Umschalten auf Wintermodus“. Die Hängematte auf dem Balkon: ein letztes Schaukeln, dann hereinholen und wohlgefaltet im trocknen Schrank für den Winter verstauen. Die Kissen von den Stühlen: ab auf den Dachboden, dort werden sie auf die nächste Saison warten. Drinnen: die Heizung auf Winterbetrieb hochfahren, überall nach fröhlichem Plätschern in Derselben die Entlüftungsschrauben betätigen und mit lautem Fluchen die schwärzliche Wassersuppe vom Boden feudeln weil eben, ich hätte es wissen können, doch nicht nur Luft ausströmt. Weiter an meiner Küche renovieren die nun, nach langer Zeit eher chaotischen Zustandes, doch wider ein Raum zum (gemütlichen) Leben und Miteinander werden soll, Gedanken an einen ins Auge gefassten baldigen Aus- und Umzug dabei ersteinmal fröhlich in den Hintergrund drängend. Die über den Sommer nach und nach ausgefallenen Glühbirnen wechseln, gemütliches Licht wird in der nun kommenden Zeit für Sicherheit und Wohlbefinden vonnöten sein. Kerzen in diversen Windlichtern und Leuchtern unterbringen ohne Bedenken haben zu müssen, daß die Sonne aus ihnen wider surrealistisch anmutende Spagetti formt, wie im letzten „Hoch“sommer und unter Zuhilfenahme der Scheibe als Brennglas geschehen. Missmutig auf den Flurteppich starren und sich daran erinnern, daß man diesen eigentlich schon im Frühjahr zur Entsorgung freigegeben hatte und er – erstaunlicher Weise – immer noch liegt. (Sehr nachlässig, der hätte sich ja gefälligst auch mal von selber auflösen können.)

Und, vielleicht das Beste von allem an diesen Vorbereitungen, wohlgemut einen grossen Stapel Bücher auf dem Tisch neben dem Lesesessel unterzubringen, voller Hoffnung, sie über die dunklen Monate alle zu schaffen und voller Vorfreude auf die vielen, hoffentlich schönen Geschichten.

Nun denn also, lasset den Herbst beginnen, ich bin Innerlich und Äußerlich darauf vorbereitet und eingestellt. Nichts gegen noch ein paar schöne und warme Tage, gerne und jederzeit! Aber – ich gebs zu – ich freu mich auf die kommende Zeit. Sich Draußen durchwehen lassen und dann ins Warme kommen.Freunde einladen und zusammen Kochen, Klönen und Zusammensitzen. Lesen, Musik hören, die Bilder des Sommers sortieren. Es gemütlich haben. Das wird, ich bin mir da ziemlich sicher, schon ganz schön Schön werden …