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Heilig Abend „ist gelaufen“! Gut sogar. Keine Ausfälle, weder technisch noch menschlich. Warm wurde es in der Kirche im Laufe des Nachmittags und des Abends, sehr warm sogar. Begrenztes Chaos an mancher Stelle, aber: durchaus „handlebar“. Und freundlich.

Die Kindergottesdienste mit Krippenspiel: laut, wie erwartet. Die mit viel Aufwand installierte Tonanlage: nach anfänlichen Problemen mit hervorragender Qualität in der Übertragung, aber mit leider viel zu wenig “ Wums“ um auch Hinten richtig verstanden zu werden. Daran wird man arbeiten müssen. Trotzdem, ein voller Erfolg: faszinierte Zuschauer, begeisterte Kinder, tolle Schauspieler. Der Umbau problemlos, anpackende Väter schleppten so schnell so engagiert und so viel davon, dass auch Dinge verschwanden, die durchaus noch gebraucht wurden. Vielleicht vielleicht das schönste Bild des Tages: eine kleine Dreijährige, die völlig versunken langsam durch den Mittelgang nach Vorne wanderte und dann – während des gesamten Stückes – keinen Meter vor der Bühne stehen blieb, ein mitspielendes, blondes Engelmädchen im weissen Flügelkostüm verzückt anhimmelnd.

Die anderen Gottesdienste: gut, sehr gut besucht. Viele Gesichter, die man sonst nicht sieht. Viele Leute aus den aktiven und ehemaligen Jugendgruppen, die zu Weihnachten zurück zu Hause bei den Eltern sind. Es ist schön, sie zu treffen, obwohl leider die Zeit für ein richtiges Gespräch fehlt. Meistens die kurze Frage: wo bist du jetzt, was machst du? Viele sind auf tollen Wegen, haben Ausbildung und Studium in eine Richtung gemacht, mit der man so garnicht gerechnet hätte als sie damals mit uns auf einer der Freizeiten waren. Es ist schön und interessant, sie widerzusehen, zu hören, was sie tun und wohin es sie verschlagen hat. Und hier und da taucht dann bei ihnen, in Form eines kleinen – mal mehr, mal weniger schreienden – Bündels schon die nächste Generation zukünftiger Nachfolger auf …

Nachts dann, nach einer Pause, ein neuer Wechsel. Ein eher ruhiges Publikum, manche zum zweiten Mal am Abend hier. Ein grosser, überaus wohlklingender Chor mit Teilen des Weihnachtsoratoriums. Die Kerzen brennen, der Baum leuchtet. Nach Ende des Gottesdienstes stehen Menschen vor der Krippe und schauen, halblaute Unterhaltungen schallen durch die Kirche, es ist eine entspannte Stimmung.

Abbau, klarschiffmachen für die Kollegin die in ein paar Stunden übernehmen wird. Kerzen wechseln, Sicherung tauschen, Elektrik so schalten, dass sie auf Knopfdruck wider da ist. Lüften: gaaanz wichtig! Ab nach Hause, Duschen, Umfallen, weg. Das also war „Heilig Abend“. Und: schön wars!

 

Zum 24. Dezember 1890

( das gilt aber immer noch … )

 

Noch einmal ein Weihnachtsfest.

Immer kleiner wird der Rest.

Aber nehm´ ich so die Summe,

alles Grade, alles Krumme,

alles Falsche, alles Rechte,

alles Gute, alles Schlechte –

Rechnet sich aus all dem Braus

Doch ein richtig Leben ´raus.

Und dies „Können“ ist das Beste

Wohl an diesem Weihnachtsfeste.

 

Theodor Fontane

( 1819-1898 )