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„Herr, du weißt, daß ich von Tag zu Tag älter werde
und eines Tages alt.

Bewahre mich vor dem Drang, bei jeder Gelegenheit
etwas sagen zu müssen.

Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten
anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, nachdenklich und hilfreich, aber nicht
beherrschend zu sein.

Lehre mich die wunderbare Weisheit, daß ich mich
irren kann.

Erhalte mich so liebenswert wie möglich.“

Der Spruch hängt seit zwei Jahren über meinem Schreibtisch. Nicht, dass ich mich so sehr alt fühle und nicht, daß ich immer schaffen würde, danach zu handeln. Aber er erinnert mich dann und wann daran, daß ich vielleicht einmal mehr Luft hole, einmal mehr schlucke und einmal mehr meinen Mund halte.

Er ist nach einem Wort von Theresa von Aquilla. Wer mehr über sie wissen will, blättere nach. Beachtenswert finde ich jedoch, daß er von etwa 1570 stammt. Scheint so, als habe sich in mancher Beziehung seither nicht allzuviel geändert.

Was uns ja auch etwas sagen kann.