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Es ist Winter. Na ja, nicht wirklich. Jedenfalls nicht so ein Winter, wie wir ihn eigentlich erwarten und ich ihn von früher her kenne. Aber immerhin, es wird ab und an kalt, reichlich sogar, wenn auch nicht für lange. Kälte bedeutet, dass benutzte Räume geheizt werden müssen. Das widerum zieht einen erhöhten Verbrauch fossiler Brennstoffe nach sich, was sich – je nach Dauer – mehr oder weniger unangenehm in der Zahlungsbilanz niederschlägt. Schlaue Köpfe überlegen deshalb, wie man hier kostensenkend eingreifen kann und verhältnissmässig schnell kommt man auf die Idee, nicht genutzte Räume nur „frostsichernd“ zu erwärmen.

So geschieht das auch gerade in unserer Kirche. Keiner macht sich so wirklich Gedanken darum, was für ein energetischer Aufwand es wohl sein könnte, eine grosse, alte Kirche auf gefühlte – noch immer reichlich frische – 16 Grad hochzuheizen. Für soetwas sind diese Gemäuer nie vorgesehen gewesen und so gleicht die Isolierung denn auch mehr einem Sichtschutz als einer wirklichen Wärmedämmung. Was da durch den Schornstein geht reicht locker für eine Woche Dänemark einschliesslich Verpflegung.

Seit Mitte Januar ists' deshalb also Sense mit der Nutzung, die sonntäglichen Gottesdienste finden im Gemeindehaus statt. Das ist gross, meistens warm und der Saal gibt genügend Raum für alle einschliesslich Chor her. Die Kirche ist derweil in den Winterschlaf gefallen, lauschige acht Grad bringt die Frostsicherung dort zu Stande, niemand, der es vermeiden kann, läuft dort herum. Und so herrscht Ruhe, wenn ich dort bin um aufzuräumen oder ein paar Kleinigkeiten zu reparieren. Eine eigenartige Stimmung. Dann und wann tauchen Kantorin und eine Schülerin auf, machen eine halbe Stunde Unterricht an der eiskalten Orgel und verschwinden dann fluchtartig ins geheizte Gemeindehaus. Das wars aber auch.

Ansonsten: Stille. Ein bischen Licht von Draussen, dass über die Wände wandert. Alles so ein büschen ab von der Welt. Die Geräusche von Draussen: gedämpft. Ein Luftholen im Gemäuer, bevor im März das Leben zurückkehrt. Draussen. Und hier Drinnen.