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Da denke ich oft dran. Mit einigen, wenigen & ausgesuchten Freunden unterwegs sein. Die Reise nach Norden. Mit dem Schiff, die Ostsee hinauf, an Langeland vorbei, durch die Sommernacht. Das Einlaufen in Göteborg, unter der Brücke, mitten in der Stadt. On the road again.

Östlich von Langeland

Weiter über die hellen, schwedischen Nebenstraßen, durch Wälder, an Seen vorbei, hier einen Kaffee mitnehmen, dort mal ein bisschen in die Landschaft schauen. Unaufgeregtes Reisen. Ankommen, Zelte, Feuer, maulfaule Konversation, die Freiheit zu machen, was immer man will. Klamotten tragen, nicht fein, aber gemütlich, mit dem leisen Smell von Mückengift und Bratenfett. Am Wasser sitzen, die Stille & die Weite genießen. Aus der Tonne leben. Mücken totschlagen.

Mit den Booten auf die Seen & Flüsse gehen, viel zu viel an Material mitzuschleppen. Das Gefluche an den Portagen, die Boote zu schwer, die Hänge zu steil. Trotzdem hochkommen und sich gut fühlen. Boote durch knietiefen Schlamm schieben und dabei Schuhe verlieren. Bäume im Wasser übersehen und unfreiwillig Schwimmen gehen. Lautlos über Flüsse gleiten und Wildtieren dabei ungeahnt nahe zu kommen. Kochen am Abend, Feuer, Klamotten trocknen und verdammt schnell im Zelt einschlafen, ehe das Geschnarche der Anderen das verhindert.

From dusk til dawn ...

Bei starkem Wind über einen See paddeln, weil, das-wird-schon-gehen und dann feststellen, dass man möglicherweise absaufen wird, weil es eben doch nicht so gut geht. Mit ungeahnt mächtigem Paddelschlag aus untrainiertem Oberarm doch noch das rettende Ufer erreichen und sich über die anderen lustig machen, die natürlich viel mehr Angst als man selber hatten. Einem diebischen Fuchs des Nachts die geklaute Sandale wider abjagen und sich wundern, dass das arme Tier nicht am Geruch gestorben ist.

Das Land, die Leute und die Freundschaft genießen. Einfach so, weil es da ist. Weil die Freunde da sind. Weil man so etwas Schönes zusammen erlebt.

Noch ist es nicht wieder soweit. Zu kalt. Zu nass. Kein Grün in Sicht. Und ob dort das Eis schon überall weg ist, wer weiß. Aber es wird kommen. In einigen Monaten. Ich freu mich darauf. Und diese Vorfreude ist so wichtig, weil sie ein klein bisschen Licht in den momentan manchmal etwas trüben Frühjahrsalltag bringt.