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Auf dem Weg in die Heide, wieder einmal Abschlusswochenende eines Hospizkurses.

Sie haben es geschafft. Acht lange Sonnabende wertvolle Freizeit investiert in ein Thema, um das die meisten Leute vorsichtshalber einen gedanklichen Bogen schlagen. Lieber nicht hinsehen. Oder hören. Die hier haben nun genau das gemacht: hingehört, sich Gedanken gemacht, gelernt, wie man Menschen in dieser Situation beistehen kann. Den Sterbenden. Und denen, die zurückbleiben.

Sie haben sich mit Themen beschäftigt, die in unserer Gesellschaft nur zu gerne ausgeblendet werden. Mit dem körperlichen Niedergang, der Krankheit, dem Alter. Dem Verfall am Lebensende, der Demenz. Mit Schmerzen und Not, an Körper und Seele. Als Voraussetzung dafür mit der eigenen Endlichkeit. Nein, gerade das war kein einfaches Thema, das ging an die Substanz, bei jedem ein klein bisschen anders. Sie haben gelernt, überlegt zu Sprechen. Und sie haben gelernt, aktiv und voller Empathie zuzuhören. Zuhören, richtig hinhören, und das Gesagte wertfrei stehen lassen, wer tut das heute noch? Wo ist die Zeit dafür? Dass ist wohl das Wichtigste und zugleich Schwierigste an der selbstgewählten Aufgabe, wenn ich so überlege. Das, wofür die Menschen am dankbarsten sind. Das, was am schwierigsten zu lernen und zu vermitteln ist.

Sie haben es geschafft. Es sollen schöne Tage werden, mit Inhalt, klar, aber auch mit Zeit für sich selber, für die Kollegen. Alles noch einmal Revue passieren lassen, den Erfolg ein klein wenig feiern, gemütlich mit einander plauschen können, auch einmal über andere Themen. Luft holen, sich über den eigenen Mut wundern und darüber, wie schnell im Rückblick der Lehrgang doch vorbei gegangen ist.

Und dann sind sie fertige Hospizmitarbeiter. Ab Montag wartet dann der Einsatz, kann das Telefon klingeln. Die erste eigene Begleitung, irgendwo da Draußen bei einem Sterbenskranken und seiner Familie als ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Respekt, Leute! Ihr werdet gebraucht. Habt Dank, dass ihr das macht!