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Hamburg, in einem Gewerbepark, irgendwo mitten in der Stadt. Neue Gebäude, viele junge Unternehmen, Startups zuhauf. Hier ist fast rund um die Uhr Betrieb, die Leute haben es eilig und sind überaus aktiv. Dicht an der S-Bahn und verkehrsgünstig zur Autobahn gelegen, wächst hier mittendrin durch unglaublich viel Arbeit auch der Traum von ein paar mutigen Menschen heran. Um sie dabei ein klein wenig zu unterstützen war ich für einige Zeit dort und hatte dabei, eigentlich mehr so am Rande, ein ganz wunderschönes Erlebnis.

Vormittag. Auf Baustelle und im Büro ist der Bär los und so bekomme ich die ehrenvolle Aufgabe mit meiner einjährigen Enkelin „zu verschwinden“. Es gilt sie zu beschäftigen und Mama & Papa ein wenig Raum für Gespräch und Arbeit zu verschaffen. Das können wir zwei inzwischen nach einigem Üben schon ganz gut und so ziehen wir mit der chronisch überladenen Kinderkarre, einem Sortiment Gesundfutter im Tupperbehälter, Kamera und Trinkfläschchen unserer Wege. Die Sonne scheint und der von einer großen Versicherung vorbildlich angelegte Spielplatz ist nicht weit, da rollern wir hin. Frieden auf weiter Flur, ein paar Mütter mit ihren Blagen, wir futtern Birne mit Sand, Steine mit Sand, nur Sand. Wasser aus dem Fläschchen hinterher, na also, geht schon, Sand hat viele Vitamine, das schadet nix. Die Arbeitsteilung ist auch klar, ich baue Sandkuchen und sie kloppt sie mit Gejuche wieder platt.

Irgendwann wird aber auch das langweilig und wir marschieren zurück. Zwischen den Häusern in der Sonne ein wenig hin- und herschieben und die Kleine dabei sanft einzuschläfern, das ist der hinterhältige Plan des Älteren. Die durchschaut Diesen jedoch spielend und denkt nicht einmal daran, auch nur ein Auge zuzumachen. So sitze ich denn mit ihr in einem der Innenhöfe in der Sonne und beschäftige sie. Sie lacht immer wieder laut über irgendwelchen Fetz, den ich mit ihr veranstalte: laut, hell und von ganzem Herzen, wie das eben nur Babys können. Das hallt hübsch zwischen den Häusern und stachelt sie wohl auch noch an. Jedenfalls haben wir Spaß, keine Frage.

Nach einer Weile kommt aus einem der Eingänge ein jüngerer Mann, teuer-lässig gekleidet, Typ Jungunternehmer. Ich merke schon, dass er zu uns herüberschaut, aber dann klettert er selbstbewusst in einen großen Audi-Geländewagen dessen Achtzylindermaschine blubbernd zum Leben erwacht. Er wendet rasant, fährt an und hält genau vor uns, lässt die Scheibe herunter.

„Ich habe da oben ein Büro“, spricht er mich an, während die Kleine das im Lehrlauf vor sich hinrödelnde Auto anstaunt, „und ich hatte gerade ein ganz schwieriges Gespräch.“ Ach je, was mag nun kommen … schon wieder einer, der sich durch Kinder gestört fühlt? „Und im Innenhof, durch das offene Fenster, war immer wieder das Lachen von der Kleinen zu hören. Das war so schön! Bleiben sie bloß lange hier sitzen, dass tut so gut!“ Sprachs, lächelte und brauste sichtbar gutgelaunt davon …

Es sind die Kleinigkeiten, die das Leben schön machen.