Schlagwörter

, , , ,

Unter Seeleuten die Bereitschaft groß ist, einander in prekären Situationen und unter Zurückstellung der eigenen Sicherheit zu helfen.

So selten geschieht das gar nicht. Wer zur See fährt, hat einen gefährlichen Arbeitsplatz, Vorschriften zur Sicherheit – so denn immer eingehalten – hin oder her. Auf Schiffen gibt es viel Masse, viel Ungesichertes in manchmal schneller Bewegung, drum herum eine ungebändigte Natur die wunderschön und gleichzeitig, eher beiläufig, unglaublich zerstörerisch sein kann. Kleinste Fehler und Nachlässigkeiten lösen in manchen Fällen eine nicht mehr anzuhaltende Kettenreaktion aus, die dann unweigerlich und blitzschnell in eine Katastrophe mündet. Wer dort arbeitet weiß, dass der Schritt vom Helfenden zum Hilfebrauchenden nur ein sehr kleiner ist und man jederzeit und urplötzlich auf der anderen Seite stehen kann.

Entsprechend dicht ist – in den meisten Fällen – die Bereitschaft zur Hilfe unter Einsatz wirklich aller Mittel. Schiffe von Nationen, die einander nicht gerade in Freundschaft zugeneigt sind, eilen in der Not über große Strecken herbei. Nationalität hin oder her, da werden wüste Manöver riskiert die ein Seemann in normaler Situation nicht einmal in Erwägung ziehen würde. Da wird bei schwerstem Sturm auf dem überfluteten Deck gearbeitet, eigene Rettungsboote in kochender See zu Wasser gebracht um irgendeinen – ja nicht näher bekannten – Verletzten von Bord oder aus dem Meer zu holen. Die Bereitschaft über die normalen Grenzen hinwegzugehen, dabei auch wissend das „eigene Fell zu riskieren“, ist hoch.

Eine Sonderrolle spielen in dieser Situation die Küstenwachen der Länder. Per se dazu da, dem manchmal recht wilden Treiben und Profitstreben der seefahrenden Menschen wenigstens ein klein bisschen auf die Finger zu klopfen, sind sie nicht immer und zu jeder Zeit gerne an Bord gesehen. Eigentlich eher gar nicht. Bedingungsloser Respekt schlägt ihnen aber für ihren Rettungsdienst entgegen, den sie in aller Welt und oft weit draußen vor den Küsten und unter abenteuerlichen Bedingungen erfüllen. Die Ausnahme gehört hier zur Regel. Boardingaktionen und Luftunterstützung fügen der normalen Seefahrt noch eine weitere, ungleich gefährlichere, Dimension hinzu. Hochtrainiert und meistens außerordentlich vielseitig ausgebildet, sind diese Frauen und Männer so manches Mal die letzte Hoffnung bei Krankheit, Verletzung oder Schiffbruch.

Wie gesagt, ihre oft haarsträubenden Aktionen führen sie weit Draußen auf See und meistens ohne Öffentlichkeit durch. Im Falle dieses Videos war nun allerdings ein zweiter Hubschrauber zur Stelle und filmte die Abbergung eines Verletzten von Bord des in schwerer See rollenden Frachters. Wer schon einmal erlebt hat, wie unberechenbar sich ein Schiff in solchen Wellen bewegen kann, mag das Risiko des Piloten und der Bergungscrew einschätzen können.

Es gibt wirklich Menschen, die mehr tun, als ihre Pflicht.

Respekt!