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DSCN6027TvB06. Februar 2015

Cooler Spruch. Ist ja auch irgendwie was Dran. Möglicherweise.

Natürlich gibt es im Leben meistens nicht nur eine Alternative, sondern ein paar Möglichkeiten mehr. Möglichkeiten wohlgemerkt, nicht Alternativen. Denn, per Definition: eine Alternative ist eine Möglichkeit von Zweien. Pläne hingegen kann man viele haben. Hat man ja auch. Pläne schmiedet man, wenn man mit dem Vorhandenen nicht mehr zufrieden ist. „Das muss anders Werden“ denken wir und arbeiten an einer Idee, wie wir das ändern können. Und dann ist er da, der Plan. Möglicherweise sogar gut und – bestenfalls – gründlich durchdacht. Eine Perspektive. Ein Weg in eine andere Zukunft.

Dumm nur, wenn er nicht sofort so wirklich zu funktionieren scheint. Was nun? Davon abrücken, sagt der Verstand, sofort etwas Neues, etwas Anderes ausprobieren. Plan B. Oder C. Jedenfalls einen anderen Plan. Siehe Spruch. Oder vielleicht doch besser gleich beim Althergebrachten, beim Bisherigen bleiben. Bleib dabei, sagt das Herz, folge deinem ersten Plan, du hast schon so viel investiert und bist schon so weit gekommen, es wäre dumm, jetzt etwas zu ändern. Was tun?

Meistens ist es – dem Himmel sei Dank – gar nicht so einfach von einem einmal gefassten Plan abzurücken. Einen anderen Weg auch nur ins Auge zu fassen. Zu lange hat man darüber nachgedacht, daran getüftelt, Ideen bewegt, Vorsätze gefasst. Das „Wenn“ und das „Aber“ bedacht, das „was-habe-ich“ und das „was-wird-dann-sein“. Die Strategien und die Taktiken gewälzt, sich zu sehr in ein Thema verbissen. Pläne haben von Haus aus eine gewisse Masseträgheit und rollen, einmal angeschoben, fast von alleine. Aber man kann sie natürlich stoppen. Wenn man will.

Besonders schwierig wird das Abrücken von einem gefassten Plan, wenn man mit dem Plan Hoffnungen verknüpft wurden. Ein ganz besonderes Ziel im Auge lag. Eine Reise. Ein anderes Leben. Eine andere Arbeit. Einen anderen Menschen. Dann lässt der Wunsch meistens keine Alternative und schon gar keinen weiteren Plan zu. Die Situation ist verfahren, Hilfe tut Not. Wie werde ich den einst so präferierten Plan bloß los? Oder: was kann ich tun, damit doch noch etwas daraus wird?

Manchmal laufen sich Pläne auch fast von alleine tot. Gewollt oder aus Versehen. Der Einfluss von außen ist zu stark. Der Wiederstand. Eigener und fremder. Die Beteiligten werden müde an ihrem Plan. Verlieren das Interesse. Sehen Probleme, wo keine sind oder wo sie sich wegräumen lassen. Haben Angst. Haben einen anderen Plan, der ihnen plötzlich besser erscheint. Oder die Pläne selbst scheitern an sich und ihren Erdenkern: zu schwierig, zu wenig Kraft, zu wenig Vertrauen in sich selber und die eigenen Möglichkeiten etwas umzusetzen. In den Neuanfang. In das, was daraus entstehen soll. In die, die mitmachen sollen. Wer weiß. Wer will es hinterher wissen?

Vielleicht ist es wirklich gut, dass es so viele Buchstaben im Alphabet gibt und man an jeden einen Plan hängen kann. Und dann sind da ja auch notfalls noch die Zahlen, mit ihnen wird das Feld schier unbegrenzt. Das Problem: auch bei dieser Unbegrenztheit muss ich letztlich darüber nachdenken, was ich will. Einen neuen Plan entwickeln und durchdenken. Mich für ihn entscheiden. Ihn anschieben. Erkennen, dass auch er letztlich wieder schief gehen kann.

Vielleicht aber ist das mit den vielen Plänen auch grundsätzlich der falsche Weg. Oder das viele Nachdenken darüber. Das Abwägen zwischen dem, was ist und dem, was ich mir wünsche. Für wen alles möglich erscheint, der wird letztlich keine verbindliche Entscheidung fällen. Weil: es könnte ja was noch Besseres daherkommen. Es könnte was schief gehen. Es könnte glücken. Auch davor haben manche Menschen Angst.

Versuchen wir also mal die andere Variante. Wir haben einen Plan gefasst und glauben, er könne funktionieren. Haben ihn gut durchdacht. Wollen das, was wir da denken. Unser Kopf hat letzte Zweifel. Unser Herz sagt ja. Glaubt, dass uns das, was wir da planen, glücklich machen wird. Irgendwie. Und wir? Wir nehmen all unser Vertrauen zusammen, schließen die Augen, drehen uns um und stürzen uns kopfüber hinein in das, was wir geplant hatten …

„Who dares, wins!“