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_DSC5141TvB16. Februar 2015

… wieder untergehn …“ Ein Liedtext aus dem 80érn, so meine ich das zumindest zu erinnern, Gesungen mit rauchiger Stimme von Einem, der seinem Morgen nicht wirklich etwas abgewinnen konnte.

So wie Ihm, so mir. Sonntagmorgen, kurz nach sechs Uhr. Der Wecker hat geklingelt und ist – durch böse Erfahrung geübt –  meinem allesvernichtenden Griff entgangen. Liegen bleiben geht – selbst bei optimistischster Betrachtung der Lage – nicht, die Arbeit ruft. Nach zwei Tagen Unterwegs und wenig, viel zu wenig Schlaf erfordert das Aufstehen fast übermenschliche Kräfte. Unter lautem Jammern wälze ich mich aus dem Bett, dem Weichen. Nein, geistig anwesend bin ich nicht wirklich, keine Frage.

Die üblichen Wege. In die Küche, den Zeh im Halbschlaf gegen die halboffene Tür gerammt. Das Luftholen vergessen, weiße Flecken vor Augen, still stehen und einen leisen, langen und klagenden Ton von sich geben. Mehr geht gerade nicht. Der wutentbrannte Tritt gegen die Tür – Sekunden später – erweist sich als freudsche Fehlleistung: die Tür in ihrer Härte beeindruckt die menschliche Dummheit nicht und nun tun noch mehr Zehen weh. Übel gelauntes Humpeln in die Küche, Wasser in den Kessel, Flamme am Herd an, drauf damit. Knurrrr …

Drei Minuten Kontemplation vor dem Herd. Wichtig für das Kaffeewasser. Volle Konzentration. Nur so wird das was. Böse Zungen behaupten auch, in Wirklichkeit  sei das „leicht-sabberndes-Schlafen-im-Stehen“. Banausen. Keine Ahnung, die Leute. Kaffeewasser kochen ist eine Kunst. Nicht anbrennen lassen und so. Genau das Sprudeln treffen. Nicht einfach, so mitten in der Nacht.

Dann das Aufbrühen. Von Hand, versteht sich. Uromas Porzellanfilter, Papier, eine sehr reichlich bemessene Handvoll Kaffepulver. Das leichte Gurgeln des Wassers beim Einfüllen in den Filter. Das Plätschern, wenn der Kaffee in die Tasse durchrinnt. Dieser Duft, das Rumhüpfen auf dem kalten Küchenfussboden, diese Vorfreude auf den ersten Schluck …

KAFFEE. WHOW !!!

Er läuft direkt durch bis in die Seele. Könnte ja sein, das aus dem Tag doch noch was wird …