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Gerade eben bin ich über so ein hübsche, kleine Grafik gefallen. Und fand sie nett, weil, dass, was da beschrieben steht, stimmt irgendwie mit meiner Sicht der Dinge überein. Und ich glaube, dass einige der besagten „Kindergartenerzieherinnentanten“ (den Ausdruck hören sie nichts so gerne!) das mit einem leisen Lächeln wohl – nun, nicht bestätigen, aber kopfnickend – mitdenken würden …

Ich kenne einen ganzen Haufen von Denen, die das betrifft. Auch näher, teilweise privat, teilweise aus meinen Zeiten im Betriebsrat. Da war ich, warum auch immer, für diese Berufssparte „zuständig“ und lernte so eine Menge über die mit der Aufgabe verknüpften Interna, die einem sonst so schnell entgehen.

Ich habe vor dieser Arbeit immer großen Respekt empfunden. Nicht nur, weil ich bewundere, wie man in dem Chaos einer KiTa ruhig und (meitens) freundlich bleiben kann. Auch die demonstrierte Fähigkeit zum  Multitasking – Überblick behalten, Windel wechseln, zwei Streithähne trennen und gleichzeitig ermahnende Worte in unterschiedliche Richtungen abgeben – beeindruckte mich immer wieder zutiefst.

Dabei ist in dem Beruf nicht alles Gold, was von Anderen so gerne und oft leichtfertig als glänzend angesehen wird. Nicht wirklich gut bezahlt und von den Eltern der Kids oft genug für deren ureigenen Erziehungsmankos verantwortlich gemacht, haben die dort tätigen Mitarbeiter(Innen) oft schon in der Monatsmitte so undendlich viele Stunden auf dem Tacho – weit mehr, als sich innerhalb vernünftiger Fristen abbauen ließe – und schuften trotzdem weiter. Sie leben mit geteilten Diensten und  ungünstigen Arbeitszeiten. Mit einer aus Kostengründen so dünnen Personaldecke, das jeder  Ausfall eines Kollegen eine Katastrophe und weitere Überstunden bedeutet. Sie sind die Ersten am Morgen vor Ort und oft genug auch die Letzten, die am Abend, völlig ausgewrungen, aus der KiTa wanken. Sie leben mit Vorschriften, die nicht immer und wirklich verständlich erscheinen. Dokumentieren sich vorschriftskonform durch einen Wust von Papier, wo die Arbeit am Kind oft genug produktiver und wünschenswerter  wäre. Schlagen sich mit Qualitätsnormen (!), Vorgesetzten und Einschränkungen herum. Zaubern aus immer knapper werdenden Mitteln großartige Phantasiewelten. Werden viel zu oft für Dinge verantwortlich gemacht, die ganz wo anders verbockt wurden und für die im Nachhinein dringend ein Schuldiger gesucht wird. Nein, es ist kein einfacher Job. Überhaupt und Beileibe nicht.

Ich habe welche von ihnen gesehen, die einfach keine Lust mehr hatten. Ausgelaugt waren. Nicht mehr wollten.Nach Hause gingen und nie, nie, nie mehr wiederkommen wollten. Und sich dann, am nächsten Morgen oder nach einem  viel zu kurzen Urlaub, doch wieder zum Dienst schleppten. Weil: es gibt so viele, kleine, tolle Gründe für die Arbeit, die sie machen …

Die Kinder lieben sie. Nicht immer durchgehend, klar. Dafür aber bedingungslos und tief. Wer mal von so einem Kurzen erläutert bekommen hat, warum Dies oder Jenes so ist, wie es ist und als letzte, unumstößliche Begründung dann hört: „Tine (die Erzieherin) hat das aber gesagt“, der weiß um ihre Autorität. Und um ihren herausragenden Platz in den Herzen der Kinder.

Sie behüten das Beste und Wertvollste, was wir haben: unsere Kinder, unsere Kurzen, unsere Enkel, Nichten, Neffen, unsere Zukunft. Daswird  viel zu oft als einfach gegeben und normal empfunden. Dafür gebührt ihnen, so finde ich, einfach mal ein Dank, denn was sie machen, ist weit mehr als ein Job.

Ihr macht einen gute Arbeit, erfüllt eine so wertvolle Aufgabe. Ihr seid für viele Alleinerziehende unentbehrlich, entlastet Familien, bringt Kontinuität und Struktur dorthin, wo Eltern alleine manches Mal vielleicht überlastet wären. Ihr helft Kindern auf dem, auch in diesem Alter, nicht immer leichten Weg in das Leben. Spendet Nähe und Liebe dort, wo es so bitter notwendig ist. Seid ein Vorbild und ein Halt für Jene, die eines fernen Tages vielleicht selber ihre Kinder zu euch bringen werden weil sie sich an Gutes erinnern, das sie dort bei euch erleben durften.

Dafür sei euch gedankt!

 

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