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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich wieder einmal am Abend und des Nachts in der Stadt am großen Strom unterwegs war. Eine Lesung hatte mich hierher geführt. Danach lief ich durch die nächtliche Stadt, schaute, fotografierte, fand´s nett, wie immer.

Natürlich hatte ich an diesem Abend keinen matten Schimmer, dass ich ein Jahr später wieder hier sein sollte. Ich hier Wohnen, Arbeiten und Leben würde. Wer kann so etwas im Voraus auch ahnen? Und – seien wir ehrlich – wer möchte auch schon vorher wissen, was einem an Bösartigem und erzwungener Veränderung in der doch recht kurzen Frist so alles begegnen kann?

Nun bin ich also wieder da, hier, in nun meiner Stadt am Strom. Und das – wie´s ausschaut – wohl auf Dauer. Noch immer erstaunt, mich ausgerechnet an diesem Ort  wiederzufinden. Keinen Kilometer entfernt von der Stelle, wo ich vor fast genau 50 Jahren als Kind gewohnt und gespielt habe, wo man mich eingeschulte. In der Stadt, der ich aus unzähligen persönlichen und familiären Gründen immer verbunden blieb, egal, wohin es mich verschlug. Verbunden, ja, aber nein, es war nicht mein erklärtes Ziel, hierher zurück zu kommen. Das hat das Leben einfach so gedreht. Zufall oder so. Zack. Passt schon. Oder muss halt passen. Such es dir aus, Alter!

Und so gewöhne ich mich. An neue Menschen. An eine neue und  wirklich interessante Aufgabe, an die Idee, damit vielleicht etwas bewirken zu können für jene, zu denen das Leben nicht so gut war wie zu mir. An eine neue, schöne und handliche Wohnung in alter, langsam neuentdeckter, Umgebung. An wirkliche Ruhe nach wirklichem Feierabend, an schöne Geschäfte, mehr oder wenger dicht vor der Tür. An reichlich Buchhandlungen. An ein funktionierendes Kino, an Abende am Strom, schöne Häuser und die Geschichte, die mich hier überall umgiebt. Die der Stadt und eigene. An die Nähe zur großen Stadt, „flussauf“, die, mit all ihren Möglichkeiten, relativ schnell und einfach erreichbar ist. An einen anderen Rythmus. An die Idee, das Leben auch anders sein kann.

Ich denke, ich mag sie. Die Stadt.

Und die Menschen.