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Langsam komme ich an. Nein, die Wohnung ist noch immer eine Baustelle, im Flur lagert reichlich Holz für einen Bettenumbau und in der Stube steht von der angestrebten Bücherwand immerhin schon das Fundament – was zugleich bedeutet, das fünf Kubikmeter Bücher in diversen Kartons den Rest des Raumes relativ bündig ausfüllen und nur eine schmale Schlucht zwischen Sofa und Fernsehmaschine lassen. Für die Gestaltung der eher raren Freizeit ist das allerdings ausreichend.

Aber: ich lerne Teile der Stadt kennen. Menschen weniger. Klar, ich habe Kollegen und war auch schon eingeladen, aber das hält sich in Grenzen. Logisch, weder habe ich kleine Kinder noch einen Hund, die typischen Verbindungsbringer in jüngeren Jahren. Aber so langsam komme ich aus meinem Loch, erschließe ich mir die Stadt, finde Ecken und Eckchen, die ich noch nicht oder nicht mehr kenne. Beginne, bestimmte Stellen zu mögen. Lerne manche Lokale schätzen, laufe manche Wege lieber als andere, freue mich, mache Gebäude zu sehen. Habe einen Bücherdealer meines Vertrauens und gehe mit ein paar netten Leuten Kochen. Es wird.

Und bringe immerhin soviel Energie für meine neue Stadt auf, dass ich wieder anfange, zu fotografieren. Das ist, so finde ich, ein verdammt gutes Zeichen!