The Blutmond, the coffee & the flop …

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Supermond. Blutmond. Einmal in langer Zeit. Eigentlich darf man sich das nicht entgehen lassen. Schon gestern Abend, auf der Rückfahrt von einem Besuch bei lieben Menschen, hatte der Mond den Nebel über dem im Frost glitzernden Moor beschienen und der Anblick  war wunderschön gewesen. Das Fahren weniger, aber ok, ich war angefixt.

Also noch am Abend einen heldenhaften Entschluss gegen eine ruhige Nacht gefällt, die Kameras vorbereitet, Einstellungen und Orte zum fotografieren überlegt. Alle Akkus geladen, den Wecker auf eine unchristliche Zeit am ganz, ganz frühen Morgen gestellt. Als er schließlich, bösartig rasselnd, meinen eher unruhigen Schlaf unterbrach, war sehr viel Willenskraft von Nöten, um mich aus dem Bett zu bekommen und noch mehr Kaffee, um mich hinaus in eine klare und wirklich kalte Nacht zu treiben.

Es war wunderschön. Die Stadt ist leer um solche Zeit, man hat – bis auf ganz wenige Ausnahmen – Wege und Stege für sich. Die Kamera hatte ich auf das große Stativ montiert, gegen das Verwackeln einen Kabelauslöser angebracht und eine abgeblendete Stirnlampe, um zwischendurch Einstellung und Focus verändern zu können und nicht hilflos im Dunkel herumfummeln zu müssen. Es war schön. Aber kalt. Der Mond war in der klaren Nacht wunderbar anzusehen, wie er langsam seine Farbe wechselte und am Ende blutrot über der Altstadt hing. Allerdings stellte sich schnell heraus, das meine gealterte 300-mm-Scherbe für ein wirklich schönes Foto von ihm nicht ausreichen würden. Ein optischer Flop, sozusagen. Der Focus zu ungenau, die Brennweite zu gering. Irgendwann würde ich an der Stelle noch einmal heftig investieren müssen. Aber nicht jetzt, Weihnachten ist gerade vorbei.

Aber auch so gelangen ein paar ganz interessante Aufnahmen von Stadt und Fluss. Und es machte Spass, überall herumzukrauchen. Ich kann mich seit heute Nacht nun auch der Bekanntschaft eines relativ tiefen Ackergrabens rühmen, in den ich, im Dunklen auf einem Feldweg entlang trampelnd, unter Getöse und mit meiner krampfhaft über dem Kopf festgehaltenen Kamera fiel. Das Gefluche war sicherlich weit zu hören. Unten war, Gott sei Dank, eine Eisfläche auf dem wenigen Wasser und bewahrte mich so vor einem kalten Bad. Mein Rücken fand diese Unternehmung nicht ganz so appart, aber Opfer müssen halt gebracht werden.

Um es kurz zu machen: auch, wenn die Ausbeute vielleicht etwas dünn war, die Nacht war wunderschön! Es hat sich gelohnt, so früh unterwegs zu sein, es gab viel zu sehen und zu erleben. Ich denke, ich werde das häufiger machen, auch ohne den Blutmond. Aber es war verdammt kalt, hatte ich das schon gesagt?

Durchgefrohren und mit beschlagener Brille stürmte ich am Ende in eine Bäckerei. Und der Kaffee, zusammen mit backfrischen Croissants so zwischen nächtliche Exkursion und frühem Arbeitsbeginn gepackt, war nicht nur ehrlich verdient, sondern vielleicht auch mit das Beste überhaupt!